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Westsächsisches Textilmuseum Crimmitschau

Aus der ehemaligen Tuchfabrik "Gebrüder Pfau KG" und den späteren "Volltuchwerken" ist das Westsächsische Textilmuseum Crimmitschau geworden. Es beeindruckt vor allem durch den in Mitteleuropa einmaligen Maschinenpark.
 
Der historische Websaal

In der ehemaligen Tuchfabrik der Gebrüder Pfau, die ab 1885 errichtet wurde, befindet sich heute das Westsächsische Textilmuseum Crimmit-schau. Es gehört zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum. Das Museum vermittelt die Industriegeschichte Sachsens am Beispiel der Textilindustrie und textiler Fertigungstechniken. Bei einem geführten Rundgang durch die Produktionsgebäude wie Spinnerei, Weberei, Wäscherei und Veredelung wird die Textil- und Technikgeschichte lebendig und erlebbar.

Das Bild zeigt die Außenansicht des Westsächsischen Textilmuseums.

Herausragender Maschinenpark
Herausragend und in Mitteleuropa einzigartig ist der Bestand an historischen und gut erhaltenen Maschinen, die überwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen. Sie lassen die Stoffherstellung von der angelieferten Rohwolle bis zum versandfertigen Endprodukt nachvollziehbar werden. Fachleute führen beispielsweise Webstühle aus dem Jahr 1955 vor und lassen dabei die Schiffchen fliegen, oder sie stellen die Selfaktoren an und bringen so die Spindeln zum Tanzen. Die damit verbundene eindrucksvolle Geräuschkulisse, der Geruch nach Maschinenöl und Wolle versetzen die Besucher in die Vergangenheit zurück und lassen die Arbeitsbedingungen früherer Zeiten nachempfinden - von der Industrialisierung bis zur Produktionseinstellung im Jahr 1990. Denn bis dahin war die Fabrik, die seit 1972 als Werk 7.1. zu den "VEB Volltuchwerken Crimmitschau" gehörte, in Betrieb. Zudem wird ein abwechslungsreiches Programm für Kreative aller Altersgruppen angeboten. Wer schon immer mal selbst an einem Webstuhl sitzen wollte, Dekoratives wie Blumenblüten und Accessoires, wie Taschen oder Hüte aus Filz herstellen sowie eigene Entwürfe realisieren möchte, der findet im Textilmuseum vielseitige Möglichkeiten. Aktionstage und Sonderausstellungen, u.a. zu historischen und modegeschichtlichen Themen, runden das Veranstaltungsspektrum ab.

Westsachsen als Zentrum der Textilindustrie
Das heutige Westsachsen entwickelte sich durch die ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkommende Industrialisierung in Sachsen zu einer der bedeutendsten Region der Textilbranche in Deutschland. Ausschlaggebend dafür waren innovative Entwicklungen in der Textilproduktion. Es entstanden sowohl zahlreiche Unternehmen für den Maschinenbau als auch Herstellungsstätten für beispielsweise Kamm- oder Streichgarnstoffe. Auch in der Stadt Crimmitschau, die auf eine lange Tradition im Tuchmacherhandwerk zurückblicken kann, siedelte sich zunehmend die Textilindustrie an. Crimmitschau wurde als "Stadt der hundert Schornsteine" bekannt. Die ehemalige Tuchfabrik der Gebrüder Pfau ist mit ihrem Gebäudekomplex und ihrem erhaltenen Maschinenbestand ein beeindruckendes Beispiel aus dieser Zeit. Hier wurden Streichgarne hergestellt und bei der Fertigung von überwiegend Mantel- und Kostümstoffen verarbeitet. Namhafte Firmen, u.a. aus Werdau oder Chemnitz, haben die heute noch erhaltenen Maschinen hergestellt.

Gebäude unter Denkmalschutz
Seit 1990, also dem letzten Betriebsjahr, steht der gesamte Gebäudekomplex unter Denkmalschutz. Somit präsentiert sich die ehemalige Pfau'sche Tuchfabrik als bedeutender Sachzeuge für die Industriearchitektur des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Entlang der europäischen Textilroute und damit innerhalb der europäischen Textilstädte nimmt Crimmitschau als ehemalige Textilhochburg eine wichtige Position ein.

Zum Museumskomplex gehören die über 100 Jahre alte historische Sammlung der Stadt Crimmitschau und das städtische historische Archiv.

Websaal im Textilmuseum Crimmitschau
Das Bild zeigt die Vorführung eines Webstuhles im Webereisaal des Textilmuseums zum Tag der offenen Tür.
Das Bild zeigt das Logo des Westsächsischen Textilmuseums Crimmitschau.

kommissarische Leiterin: Dr. Rita Müller
Leipziger Straße 125
08451 Crimmitschau
Tel.: (0 37 62) 93 19 39
Fax: (0 37 62) 93 19 38
eMail:crimmitschau@saechsisches-industriemuseum.de
www.saechsisches-industriemuseum.de

 

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