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Bekanntmachungen aus der Stadtverwaltung Crimmitschau


26.01.2010 / Das Erreichte verteidigen
In seiner Neujahrsansprache gab Holm Günther den Bürgern Zuversicht für die anstehenden Aufgaben mit auf den Weg, sprach aber auch die derzeit schwierige Situation an.

Oberbürgermeister Holm Günther hat den Crimmitschauern Mut für die kommenden Jahre gemacht. In seiner Neujahrsansprache im Theater betonte das Stadtober-haupt vor rund 500 geladenen Gästen, dass es in der jetzigen Situation vor allem darauf ankommt, sich die Zuversicht zu bewahren und sich den kommenden Aufgaben zu stellen. „Wir dürfen uns nicht verhalten wie das Kaninchen vor der Schlange.“ Wie der Oberbürgermeister darlegte, stellt die Finanz- und Wirtschaftskrise die Stadt vor enorme Herausforderungen. Allerdings hätten Verwaltung und Stadtrat in den vergangenen Jahren den Grundstein gelegt, um diese zu meistern. So sei 2009 der Schuldenstand von 7,7 auf 2,8 Millionen Euro abgesenkt worden. Damit sei Crimmitschau eine der am wenigsten verschuldeten Kommunen Sachsens. Durch den noch 2009 beschlossenen Nachtragshaushalt könnten die im Rahmen des Konjunkturpakets II begonnenen Projekte problemlos weitergeführt werden.

Apell an Bund und Land
Wie das Stadtoberhaupt in seiner rund 25-minütigen Rede darlegte, würden der Kommune in den kommenden Jahren vor allem die geringeren Zuwendungen des Landes und die zu erwartenden Ausfälle bei der Gewerbesteuer zu schaffen machen. Bei beiden Posten rechne die Stadt mit Mindereinnahmen von je einer Million Euro. Deshalb appellierte das Stadtoberhaupt auch an Bund und Land: „Fahren sie die Kommunen nicht an oder in den Abgrund. Wir benötigen sowohl solide Finanzierungen für unsere Pflichtaufgaben als auch Spielraum für freiwillige Leistungen.“ Auch wenn vieles lieb gewonnen auf den Prüfstand gestellt werden müsse, zeigte sich Holm Günther optimistisch, in diesem Jahr einen geschlossenen Haushalt zu verabschieden, der das bestmögliche für die Bürger beinhaltet.

Einen Schwerpunkt seiner Rede legte Holm Günther auf den demographischen Wandel und die sich daraus ergebenden Aufgaben für die Stadt. So sei die Crimmitschauer Bevölkerung seit der Wende kontinuierlich gealtert. Zugleich verliere die Stadt zwischen 300 und 250 Einwohner pro Jahr. „Diesen Realitäten müssen wir uns stellen“, verdeutlichte das Stadtoberhaupt. Ziel müsse es sein, die Stadt weiterhin von außen nach innen zurückzubauen. Mit dem Abriss von gut 120 unattraktiven Wohnungen sei Crimmitschau im Jahr 2009 ein gutes Stück vorangekommen. Probleme bereite nach wie vor die Innenstadt, wo noch zu viele Läden leer stünden. Hier gelte es im Jahr 2010, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um das Zentrum wieder zu beleben.

Vision für die kommenden Jahre gefordert
Aus städtebaulicher Sicht komme es 2010 zunächst darauf an, die im vergangenen Jahr begonnenen Projekte aus dem Konjunkturpakte II fertigzustellen. So soll im Sahnbad die Instandsetzung der Beckenwände abgeschlossen werden. Zudem sollen im Kunsteisstadion ab 1. August sowohl der neue Mehrzweckbau als auch das sanierte Hauptgebäude nutzbar sein. Auch die komplexe energetische Sanierung der Käthe-Kollwitz-Schule werde 2010 abgeschlossen, versicherte Holm Günther. Weitere Großprojekte im Jahr 2010 seien der Ersatzneubau der Kindertagesstätte in Langenreinsdorf, der Beginn der Baumaßnahmen zur Beseitigung der Brandschutzmängel in der Grundschule Frankenhausen sowie die Sanierung der radiologisch belasteten Lauenhainer Ortsdurchfahrt/Lauenhainer Weg in Gablenz. „Die weitere Entwicklung unserer Stadt mit all ihren Ortsteilen ist in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Dazu werden wir gemeinsam mit unseren Bürgern und dem Stadtrat eine Vision erarbeiten, um aufzuzeigen, wo Crimmitschau im Jahr 2020 bzw. 2030 stehen soll.“

An die Unternehmer appellierte das Stadtoberhaupt, weiterhin gut bezahlte Arbeitsplätze in Crimmitschau zu schaffen. Nur so könne es gelingen, gut ausgebildeten Nachwuchs langfristig in der Region zu halten. Wie Holm Günther deutlich machte, habe es 2009 vonseiten der Firmen trotz der Krise umfangreiche Investitionen im gesamten Stadtgebiet gegeben. Dies mache Hoffnung für die Zukunft. Gleichwohl solle man sich von diesen positiven Nachrichten nicht blenden lassen. Denn noch sei die wirtschaftliche Lage mehr als angespannt. „Vielen Unternehmen sind in Größenordnungen Aufträge weggebrochen. Mehrere Firmen mussten auf Kurzarbeit umstellen.“

Wahl zum Oberbürgermeister am 9. Mai
Insgesamt, so Holm Günthers Resümee, könne Crimmitschau stolz auf das sein, was seit der Wende geschaffen wurde. Gleichwohl gelte es auch, das Erreichte zu verteidigen. „1989 demonstrierten wir für freie Wahlen – im vergangenen Jahr lag die Wahlbeteiligung zwischen 41 und 62 Prozent. Damit können wir nicht zufrieden sein“, so das Stadtoberhaupt. Zur Oberbürgermeisterwahl am 9. Mai dieses Jahres hofft Holm Günther auf eine deutlich größere Wahlbeteiligung: „Ich hoffe und wünsche mir, dass bei dieser Abstimmung wieder mehr Bürger den Weg in die Wahllokale finden und eine demokratische Entscheidung herbeiführen, die auf einer breiten Basis steht.“



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