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Bekanntmachungen aus der Stadtverwaltung Crimmitschau


28.01.2010 / Sukkulenten für den Querulanten
Noch bis zum 28. Februar ist in der Kleinen Galerie des Theaters die Ausstellung „Im doppelten Licht“ des Fotografen Guntram Penker zu sehen.

Ist es gut oder schlecht, wenn man Bilder in einer Ausstellung wiedererkennt, also merkt, dass sie schon einmal ausgestellt waren? Diese beinahe provokante Frage stellte der Leiter der Kleinen Galerie, Lutz Hanzig, in seiner Laudatio den Gästen, die am 27. Januar zur Eröffnung der Ausstellung „In doppeltem Licht“ des Fotografen Guntram Penker ins Theater gekommen waren. Und beantwortete sie gleich selbst, natürlich „zugunsten des Angeklagten“. Der Frankenhausener hatte im vergangenen Jahr seinen 60. Geburtstag und in der Ausstellung eine Retrospektive seines Schaffens zusammengestellt. Außerdem, so der Laudator, sei es „ein Zeichen von Qualität, wenn man sich von der Flut von Bildern, die täglich auf jeden Einzelnen einstürzt, eines merkt und später auch noch wiedererkennt“. Dafür muss man aber wirklich Außergewöhnliches schaffen. Und das gelingt dem gelernten Kfz-Handwerker vor allem mit seinen Doppelbelichtungen, mit denen er in der Region einzigartig ist. Ein Auge für das Besondere zu haben, bewusst und vorausschauend zu fotografieren, das zeichne einen guten Fotografen aus, so der Galerist Lutz Hanzig.

Ein Kaktus als Ansporn
Unter den Gästen waren zahlreiche Frankenhausener und Freunde des Künstlers, die natürlich auch dessen Eigenheiten kennen. Lutz Hanzig, selbst Frankenhausener, kam deshalb nicht umhin, darauf in seiner Rede einzugehen. So sei der Künstler nicht nur als Fotograf, sondern auch als Vorsitzender der SG Frankenhausen und als Verfasser kritischer Leserbriefe an die regionale Presse bekannt. „Aber die Zeit geht nicht spurlos an uns vorüber und um den ‚notorischer Nörgler und Querulanten’ ist es ziemlich still geworden“, befand Lutz Hanzig. Auch seine Bilder passten so gar nicht zu seinem Image. Sie strahlten eher etwas Melancholisches, Trauriges aus, wie einer der Besucher treffend bemerkte. Deshalb gab es am Ende auch keine Blumen für den Künstler, sondern einen Kaktus. Sozusagen als Aufforderung, er solle sich auch weiterhin seine kritische, sozusagen stichelnde Haltung bewahren. Theoretisch wie praktisch, also in seinen Äußerungen und natürlich in seinen Bildern. Mit der Bemerkung „Sukkulenten für den Querulanten“ brachte das Lutz Hanzig auf eine griffige Formel und erntete dafür den zustimmenden Beifall des Publikums. (LHG)

Foto: Mithilfe der Technik der Doppelbelichtung erzeugt Guntram Penker Eindrücke, wie sie in der Region ihresgleichen suchen. Hier hat der Fotograf den Crimmitschauer Nordverbinder ins Visier genommen.


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