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Stadtrundgang - Theater Crimmitschau

 
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Geschichte des Theater Crimmitschau

In Auszügen aus dem Vortrag zur Theatergeschichte Crimmitschau des Heimatverein Crimmitschau, Heinrich Otto aus dem Jahr 2000

Foto vom Theater Crimmitschau aus dem Jahr 2007 in Sepia-Tönung

Im Jahr 1748 stand an der Stelle des heutigen Theater Crimmitschau die erste Manufaktur von David Friedrich Oehler nebst seinem Wohnhaus. Nachdem im Jahr 1780 die Fabrik nieder brannte, entstand 1787 am alten Fabrikstandort ein neues Wohnhaus, welches bis zum Jahr 1878 in Besitz der Familie Oehler war. Dieses und ein weiteres Grundstück kaufte die Vergnügungsgesellschaft Crimmitschau am 06.11.1883 und baute es zum Vereinshof um, wie er zumindest heute noch äußerlich besteht.

Dem Vergnügungsverein gehörte das Gebäude bis zur „Löschung“ des Vereins im Jahr 1948; dasselbe wurde im Rahmen der damit im Zusammenhang stehenden Enteignung von Immobilien der SED übertragen. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Vereinshof zum Theaterspielen nicht geeignet, da der große Saal nur eine kleine Bühne, eine Art Musikmuschel, besaß. 1949 übernahm die Stadt den Vereinshof von der SED.

geschmückter Vereinshof in einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1905

Die Saalkapazität wurde von 350 auf 550 Plätze durch den Einbau einer Galerie mit Anhebung der Saaldecke und einer Loge an der Saalhinterseite erreicht. Außerdem musste der Bühnenbereich erheblich umgebaut werden und der Hotel- und Gaststättenbetrieb war völlig vom Theater zu trennen. 1950 erfolgte die Umbenennung in „Kreistheater Zwickau, Sitz Crimmitschau“. Der Umbau wurde von der Bevölkerung und den Schauspielern tatkräftig unterstützt, was die enge Verbindung zwischen Theater und Publikum deutlich macht. Am 13.04.1950 wurde die Eröffnung des neuen Hauses festgesetzt und durchgeführt. In der Einladung des OB Falkenberges heißt es u.a. „… und dieses Haus soll am 13. April seiner Bestimmung übergeben werden. Dieses neue Theater, das voll und ganz den modernen Ansprüchen entspricht, ist künftig das Heim des Kreistheaters Zwickau, Sitz Crimmitschau. Es wird neben dem Neuberinhaus in Reichenbach zu den schönsten Theatern West- und Südwestsachsen gehören…“ Nicht vorenthalten möchte man aber auch ein weiteres Schreiben des OB Falkenberg an das Amt für Handel und Versorgung Zwickau: „Zur Eröffnung unseres Stadttheaters am 13. April erwarten wir auswärtige Gäste, Vertreter der Regierung, Presse … Da wir diesen Gästen anlässlich der Einweihungsfeier auch etwas zu Essen vorsetzen möchten – es wird sich im bescheidenen Rahmen halten – bitten wir um eine entsprechende Zuteilung. Das Essen soll in der HO Gaststätte „Haus der Einheit“ verabreicht werden.“

Collage aus drei verschiedenen historischen Ansichten Theater und Aufführungen

Pünktlich um 15 Uhr erhob sich nun zur Eröffnung am 13.04.1950 der Vorhang und der Festakt begann. Musikdirektor Werner Krumbein hob zum ersten mal im neuen Haus den Taktstock und das Orchester intonierte zur Weihe des Hauses die „Festliche Musik“ von Ottmar Gerster. Am Abend, 20 Uhr ging dann mit dem Stück „Ballade vom Eulenspiegel, vom Federle und von der dicken Pompanne“ die erste Aufführung auf den neuen Brettern dieses schönen Hauses vor den geladenen Gästen über die Bühne.Während in der Spielzeit bis 1951 wunderschöne Vorstellungen aufgeführt wurden, brodelte es hinter den Kulissen sehr, denn die finanziellen Belastungen beanspruchten die Kasse.

Werbung der Veranstaltung Des Teufels drei goldenen Haare des Kreistheater Werdau, Sitz Crimmitschau

So zeichnete sich wieder eine Veränderung ab, indem für die Spielzeit 1951/52 eine Vereinigung mit dem Theater Glauchau vollzogen wurde.
Man hieß nun „Vereinigte Kreistheater Glauchau / Crimmitschau, Sitz Crimmitschau“. Intendant wurde Manfred Wedlich, die musikalische Leitung übernahm Erich Vietze und Willy Wängler.Weitere Veränderungen gab es bereits in der nächsten Spielzeit, das Theater wurde „Kreistheater Werdau, Sitz Crimmitschau“. Personelle Wechsel in den nächsten Jahren folgten. In der Spielzeit 1957/58 kamen Waldemar Schwarz und Andrea Link ins Ensemble, von welchen man in Crimmitschau auch nach Auflösung des Ensembles noch hören konnte. Die Spielzeit 1959/60 war die letzte, in welchem Crimmitschau ein vollständiges Ensemble mit den Sparten Schauspiel, Oper und Operette einschließlich Orchester, Chor und Ballett besaß. Von allen Mitgliedern wurde ein großes Tourneeprogramm bewältigt.

Die nicht ausreichende Auslastung der Vorstellungen in Crimmitschau mag mit den finanziellen Nöten ein Grund für folgende Veränderung gewesen sein. Das Theater Crimmitschau wurde in der Spielzeit 1960/61 als Tourneensemble in die Bühnen der Stadt Zwickau integriert. Der Sitz war zunächst noch Crimmitschau. Bereits ein Jahr später zur Spielzeit 1961/62 war dann im Haus Crimmitschau das endgültige Aus, auch das Tourneeensemble wurde aus dem Theater abgezogen. Eine kurze Ära, in welcher Crimmitschau ein eigenes Theater-Ensemble besaß, war damit endgültig zu Ende.
Nun galt es in Crimmitschau dem leeren Haus wieder Leben einzuhauchen. So fassten die Stadtverordneten den Beschluss, das Theater in das „Kulturzentrum Crimmitschau“ umzustrukturieren und zu einer städtischen Einrichtung zu machen. Da die sechziger Jahre die Zeit waren, wo die Volkskunst in hoher Blüte stand, wurden das Kulturzentrum nun das Haus, in welchem Konzert-, Theater- und Varieteeveranstaltungen volle Häuser garantierten, aber auch Volkskunstgruppen ihre Proben und Veranstaltungen durchführen konnten. Viele Menschen fanden somit gute Voraussetzungen ihrer künstlerischen Selbstbetätigung. Vorstellungen des Wismutorchesters mussten mitunter zweimal gegeben werden. Auch das Theater spielt zu dieser Zeit noch eine größere Rolle als heute. Was in Crimmitschau von jeher sein Publikum fand waren Unterhaltungs- und Varieteeveranstaltungen. Aber auch Rundfunk und Fernsehen kamen zu Produktionen in das Kulturzentrum. Das Fernsehen der DDR übertrug mehrere Lustspiele aus der Tuchstadt, so z.B. Krach im Hochhaus (1976).
Das Schauspielerehepaar Waldemar Schwarz und Andrea Link waren nach der Schließung des Theater Crimmitschau in Zwickau engagiert, behielten jedoch ihren Wohnsitz in Crimmitschau. Frau Link gründete im Kulturzentrum Crimmitschau eine Pionier-Theatergruppe und bereitete eine Märchenaufführung vor. Frau Hoppe, die ehemalige Ballettmeisterin des Theater Crimmitschau, leitete zu dieser Zeit eine Kindertanzgruppe. So fanden sich die beiden Frauen zusammen. Im Dezember 1970 erhob sich zum ersten Mal der Vorhang zu einer Aufführung des Pionier-Theaters Crimmitschau. Eine Tradition wurde geboren.

Kinder- und Jugendtheater Harlekin

Frau Link schrieb in jedem Jahr eine neues Buch auf der Grundlage der Grimmschen und anderer Märchen. Jedes Jahr ausverkaufte Vorstellungen waren der Lohn für viel Fleiß und Proben. Nach der politischen Wende blieb das Kulturzentrum glücklicherweise eine städtische Einrichtung. Unter dem Namen „Theater Crimmitschau“ arbeitete man nun unter neuen gesellschaftlichen und materiellen Bedingungen und das Theater blieb auch weiterhin das Domizil für eine Vielzahl von Vereinen. Das Pioniertheater gründete den Verein „Kinder- und Jugendtheater Harlekin“ und setzte seine Tätigkeit weiter fort. Nach dem Tod von Frau Link konnte glücklicherweise Steffi Kraft deren Arbeit fortsetzen, sie schreibt Bücher und inszeniert Märchen und noch immer sind in jedem Jahr zur Weihnachtszeit alle Vorstellungen des Weihnachtsmärchens ausverkauft.

Das Theater Crimmitschau mit seinen 550 Sitzplätzen steht als Gebäude wie auch mit seiner Einrichtung unter Denkmalschutz.
Heute wird den Besuchern des Theater ein breites Angebot an niveauvoller Unterhaltung angeboten. So stehen neben Veranstaltungen mit bekannten Künstlern aus Funk und Fernsehen klassische Konzerte, Jazz, Operetten- und Musicalaufführungen, Theater sowie Kabarett auf dem Spielplan.

Im Oberen Foyer an der Theaterbar finden in entspannter Clubatmosphäre Veranstaltungen der Reihe „Live an der Theaterbar“ mit zahlreichen regionalen Musik- und Kabarettprogrammen statt. Lesungen in Zusammenarbeit mit der "Buchhandlung am Rathaus" runden das Programm ab und finden großen Zuspruch.

Im Theater wird auch ohne eigenes Ensemble Kultur gelebt.
So wird das Haus in jedem Jahr durch das am Julius-Motteler-Gymnasium ansässige Musiktheaterprojekt „KleineStadtTheater“ bespielt und sorgt mit stets wechselnden Aufführungen für Furore. Im Rahmen des Hochschulwettbewerbs der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen gewannen die beiden künstlerischen Leiter 2014 den Bundespreis Musikpädagogik mit ihrer Arbeit an dem Projekt „Ein idealer Gatte“ nach Oscar Wilde.

Ebenfalls im Haus probt die Young People Big Band Crimmitschau e. V. und lädt jährlich im Herbst zu einem besonderen Jazzabend in das Theater ein.

Neben den hier genannten Vereinen proben weitere Kulturvereine in unserem geschichtsträchtigen Theater.

Das Theater ist außerdem Sitz einer Nebenstelle der Kreismusikschule „Clara Wieck“ des Landkreises Zwickau. www.musikschule-clarawieck.de

Im Unteren Foyer hat die Kleine Galerie des Kunstvereins Pleißenland e.V. mit wechselnden Ausstellungen ihr Domizil.




Das Bild zeigt das Theater Crimmitschau und den Theaterplatz bei Nacht

Nach umfangreichen Sanierungs- und Verschönerungsmaßnahmen ist das Theater Crimmitschau ein wesentlicher Bestandteil des architektonisch wertvollen innerstädtischen Gebäudeensembles und verspricht Ihnen bei den vielfältigsten kulturellen Veranstaltungen wunderschöne Stunden. Crimmitschau ist stolz auf ein schönes Theater mit bewegter Historie und unvergesslichen Unterhaltungsprogrammen.

 
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