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Im Bismarckhain

 

Über den Mannichswalder Platz, dem wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Stadt Crimmitschau gelangt man zum Bismarckhain. Das Gebiet zwischen Mannichswalder Platz und dem Bismarckhain bildete im Mittelalter die Untere Vorstadt. Seit 1549 befand sich auf dem Gelände des Parks der Friedhof der Stadt Crimmitschau. Am Eingang des Friedhofes befand sich die Gottesackerkirche "Zum heiligen Kreuz", auch als Kreuzkirche bekannt. An der Friedhofsmauer Ecke Leipziger Straße / Gabelsberger Straße befand sich ein Türmchen mit Spitzdach, die sogenannte "Seelenleuchte". Im Jahr 1865 wurde der städtische Friedhof wegen des schnellen Wachstums der Stadt an einen Platz außerhalb des Zentrums in die Zeitzer Straße verlegt, da wo er sich noch heute befindet.

So wurde im Frühjahr 1895 die Idee geboren, auf der Stätte des alten Friedhofes einen Park zu errichten. Im Crimmitschauer Anzeiger vom 8. Juli 1899 heißt es dazu: "... Es war im Frühjahr 1895... Da trat eine Anzahl patriotisch gesinnter Männer zusammen ... "Ein Bismarckhain" so hieß es in dem Aufrufe jener Männer "Der Heimat zum Schmuck und zur Zierde, Jedem zur Freude und Erholung, wenn irgend möglich auf der Stätte des alten Friedhofes errichtet, soll die opferwillige und werktätige Vaterlandsliebe des lebenden Geschlechts bezeugen und verewigen". Ein schöner und glücklicher Gedanke! Denn überaus reichlich flossen die Gaben und hohe Freude erregte es besonders, als kund ward, dass auch die weniger Bemittelten ihren Beitrag gern und willig gespendet hatten..."
Drei Jahre später rief der Vorstand des Vereines Deutscher Gartenkünstler im Auftrag der Stadtverwaltung Crimmitschau unter den Vereinsmitgliedern ein Preisausschreiben aus. Ziel war die Erlangung geeigneter Entwürfe zur Umwandlung des alten Friedhofes in eine öffentliche Parkanlage. Als 1. Preis wurde die Summe von 300 Mark ausgesetzt. Nur gut 1 1/2 Jahre später wurde der Bismarckhain der Einwohnerschaft zur freien Benutzung übergeben. Ein Komitee hatte unter der Bevölkerung 21.000 Mark gesammelt, welche der Stadt zur Anlegung des Parks übergeben wurden. Grundstücke wurden erworben und der Park mit dem ehemaligen Brunnen entstand Stück für Stück.

Die Anlage konnte ab dem 8. Juli 1899 von den Crimmitschauer Bürgern und Gästen zum Verweilen genutzt werden. Ein prächtiger Park mitten im Getriebe der Stadt. Alte Bilder zeugen von der sorgfältigen Aufteilung und Pflege des Parkes. Im oberen Teil der schönen Parkanlage wurde eine künstliche Grotte aus Jenaer Keuperkalk errichtet, die ein Portraitmedaillon Bismarcks trug.

Sie sehen eine historische Aufnahme des Bismarckhaines mit dem ersten Brunnen

1964 wurde der Park in "Friedenspark" umbenannt. Anlässlich des 100jährigen Bestehens der innerstädtischen Parkanlage 1999 revidierte man diese Entscheidung und sie erhielt den ursprünglichen Namen "Bismarckhain" zurück. Damit trug man einer Namenstradition Rechnung, die sich in der Einwohnerschaft über Jahrzehnte hinweg immer gehalten hatte. Wie zur Anlegung so wurde auch zum 100jährigen Jubiläum des Parkes Geld aus der "Bürgerschaft" genutzt, um notwendige Arbeiten durchzuführen. 1999 wurde die stattliche Summe von 19 TDM aus dem Nachlass von Frau Irmgard Purfürst eingesetzt. Frau Purfürst, eine Einwohnerin der Stadt, hatte testamentarisch verfügt ihr Erbe der Stadt Crimmitschau zu hinterlassen. Die Stadt entschloss sich den Nachlass für notwendige Arbeiten am Park zu verwenden und damit für eine dem Gemeinwohl dienende Maßnahme einzusetzen. So wurde der Hang im Bereich der Zeitzer Straße mit rötlichem Spritzbeton befestigt, den verwitterten Betonteilen des Denkmals "Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg", welches vor einigen Jahren zuvor wieder seinen rechtmäßigen Platz auf dem Friedhof eingenommen hatte, wurde mit schwerer Technik zu Leibe gerückt und das Areal als Ruhezone mit Bänken angelegt. Die ehemalige Korkbude verschwand wegen Baufälligkeit ebenso. Tagelang war der Wettinbrunnen verhüllt. Grund dafür waren die Säuberungsarbeiten, wonach sich der Brunnen endlich wieder im rechten Licht präsentieren konnte. Seit dem Jahr 2006 wurden eine Vielzahl weiterer Verschönerungsmaßnahmen durchgeführt. So erinnert an eine umfassende Restaurierung des Wettinbrunnen im Jahr 2006 eine Tafel mit dem Hinweis auf Diejenigen, welche die Stadt Crimmitschau hierbei finanziell unterstützten. So auch der Markgraf von Meißen, der zur Übergabe des sanierten Brunnens in Crimmitschau weilte. Eine Verjüngungskur erhielt auch die Böschungsmauer am Rande des Bismarckhaines, welche mit einer Natursteinabdeckung versehen wurde. Ebenfalls wurden umfangreiche Wegearbeiten durchgeführt und zahlreiche feste und saisonale Bepflanzungen durch den städtischen Bauhof vorgenommen. Dies alles führt zu einer weiteren Aufwertung dieses schönen Kleinodes mitten im Getriebe der Stadt und macht den Bismarckhain zu einer Augenweide für die Bürger und Gäste der Stadt.

Auf der Collage sind einzelne Details des Wettinbrunnen zu erkennen

Der Wettinbrunnen
Der Wettinbrunnen im Bismarckhain löste 1914 die ehemalige Brunnenschale ab. Die Weihe des Brunnens anlässlich der 500jährigen Stadtrechtsfeier am 13. April 1914 erfuhr noch größere Aufmerksamkeit, da sich der König persönlich anwesend befand. Der imposante Brunnen, der auf Anregung von Stadtrat Döhler entstand, wurde von der Staatsregierung zum Fest geschenkt. Genau gesagt erhielt die Stadt erhebliche Mittel aus dem Kunstfond der Regierung. Weitere zehntausend Mark trug der Verwaltungsrat der Mummertstiftung bei. Während der Dankesrede des Bürgermeisters Beckmann wurde das Wasserspiel des Brunnens zum ersten Mal in Betrieb gesetzt.
Der Brunnen ist eine Schöpfung des Künstlers Edmund Möller aus Dresden und aus bestem Postaer Elbsandstein gefertigt. Möller hatte sich von dem Gedanken leiten lassen, den Handel und Gewerbefleiß darzustellen. Der Brunnen ist zu beiden Seiten von einer Gruppe gekrönt. Die an der westlichen Seite befindliche Gruppe stellt mit dem ruhenden, in die Ferne blickenden Merkur den Handel dar, daneben thront eine weibliche Gestalt mit der Lorbeergirlande, welche den Erfolg des Handels charakterisiert. Die östliche Gruppe stellt die Fruchtbarkeit und die heimische Industrie dar, welche durch die Figur des Spinners verkörpert wird.
Wie der Brunnen seinen Namen erhielt, kann man im Crimmitschauer Anzeiger wie folgt lesen: "Wettinbrunnen! So soll er fortan heißen zum Andenken daran, dass er in Gegenwart unseres erhabenen Landesherren seine Weihe an dem Tage erhalten hat, wo unsere Bürgerschaft die Erinnerung an die Zeit feiert, da von einem Wettiner Fürsten mit der Verleihung des Stadtrechts der Grundstein zum ersten Aufblühen unserer Stadtgemeinde gelegt worden ist."

Bismarckbrücke mit den Figuren der Vier Jahreszeiten

Die Bismarck-Brücke
Genau zwei Jahre nach der Eröffnung des Parkes, am 6. Juli 1901, nach nicht einmal drei Monaten Bauzeit durch die Firma Windschild & Langelott aus Dresden, wurde die Bismarckbrücke von Bürgermeister Beckmann übernommen. Gestiftet wurde sie in großer Liebe zu seiner Heimatstadt von Stadtrat Hermann Zeiner, der damit der Absicht entgegentrat, die Gottesackerhohle zuzuschütten und einzuebnen. Der Bau fand Anerkennung. In einem Bogen von 22 m Spannung wölbt sich die Brücke über den Hohlweg. An ihren Seiten standen ehemals vier weibliche Figuren, die sich aufgrund der an ihnen angebrachten Elemente: Handel, Industrie, Flora und Hebe nannten. Damals durfte die Brücke lediglich mit leichten Geschirren (Kutschwagen) befahren werden. In späteren Jahren wurde die Brücke dennoch für den Verkehr frei gegeben und unterlag Jahrzehnte starkem Verschleiß. Die Brücke wurde dank einiger Sponsoren im Jahr 2001 zum 100jährigen Jubiläum wieder originalgetreu restauriert und eine Gedenktafel angebracht. Die dabei neu angebrachten Figuren stellen die vier Jahreszeiten nach. Im Volksmund wird die Brücke bis heute oftmals "Zeinerbrücke" genannt.

Die 1899 erlassene Parkordnung

Hier sehen Sie die Parkordnung aus dem Jahr 1899
 
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