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Sanierungsgebiet „Erweitertes Stadtzentrum“

 

Sanierungsgebiet „Erweitertes Stadtzentrum“ wird abgeschlossen

In Crimmitschau vollzog sich in den vergangenen 25 Jahren ein enormer Wandel. Die einstmals graue Tuchstadt - auch als Stadt der 100 Schornsteine bekannt - entwickelte sich zu einer für Bewohner und Besucher attraktiven Stadt. Besonders das Stadtzentrum mit seinen modernisierten und sanierten Gebäuden sowie die harmonische Integration neu entstandener Wohn- und Geschäftshäuser in die vorhandene, teilweise denkmalgeschützte Bausubstanz prägen wesentlich das Stadtbild. Diese positive Entwicklung ist vor allem der Bereitstellung von Fördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm der Städtebaulichen Erneuerung für unser Sanierungsgebiet „Erweitertes Stadtzentrum“ zu verdanken.

In den Jahren vor 1990 führten fehlende Baumaterialien, nicht ausreichende Investitionstätigkeit sowie zu niedrige Mieten zum Verfall einstmals schöner Gebäude und harmonischer städtebaulicher Gefüge in der Innenstadt Crimmitschaus. Um die erheblichen Missstände in der baulichen Substanz und den strukturellen Funktionen zu beheben, beschloss die damalige Stadtverordnetenversammlung Crimmitschaus bereits im Oktober 1990 den Beginn und die Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen für ein innerstädtisches Sanierungsgebiet.

Erste Ergebnisse für das Areal zwischen Schulstraße - Mannichswalder Platz - Silberstraße - Fleschergasse lagen im April 1992 vor und führten im Juli 1992 zum Beschluss der Sanierungssazung „Teilgebiet I“. Die Weiterführung der Vorbereitenden Untersuchungen zeigte, dass die Notwendigkeit der Sanierung für ein weitaus größeres Gebiet der Innenstadt bestand. Deshalb wurde im Juni 1993 die Sanierungssatzung „Erweitertes Stadtzentrum“ beschlossen, deren Geltungsbereich zwischen Mannichswalder Platz - Jahnstraße - Badergasse / Johannisgasse - Silberstraße / Anton-Günther-Platz - Schulstraße lag. Ein Konzept zur Wiederbelebung der Industriebrache „Trommersches Gelände“ im östlichen Randbereich des Sanierungsgebietes führte 1995 zu einer Erweiterung bis über die Pleiße hinweg zur Fabrikstraße. Eine letzte Änderung der Satzung im Jahr 2000 erweiterte das Sanirungsgebiet um Bereiche zwischen Buttengasse und Badergasse sowie das Quartier Badergasse / Kirchgasse / Am Mühlgraben. Das Sanierungsgebiet „Erweitertes Stadtzentrum“ umfasste ca. 200 Flurstücke.

Die Stärkung des Stadtzentrums war das wichtigste Ziel im Sanierungsgebiet. Um dieses Ziel zu ereichen, standen seit 1991 Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm (LSP) und dem Bund-Länder-Programm „Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen“ (SEP) zur Verfügung. Insgesamt flossen ca. 11,58 Mio. Euro Fördermittel in das Gebiet, wobei Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen“ in Höhe von ca. 9,235 Mio. Euro zum Einsatz kamen. Von Bund und Land wurden dabei Finanzhilfen von ca. 6,194 Mio. Euro bereitgestellt, während der Eigenanteil der Stadt Crimmitschau ca. 3,041 Mio. Euro betrug.

Mit Hilfe dieser Fördermittel erfolgten die Modernisierung und Instandsetzung von Gemeinbedarfseinrichtungen wie Rathaus, Theater und Stadthäusern, die Gestaltung der Fußgängerzone sowie die Schaffung von Aufenthaltsbereichen im Stadtzentrum. Neben den öffentlichen Bau- und Erschließungsmaßnahmen konnten 24 Eigentümer mit Städtebaufördermitteln bei der Sanierung und Erhaltung ihrer Gebäude sowie 16 Eigentümer beim notwendigen Rückbau von Objekten unterstützt werden. Ergänzt wurden diese Sanierungs- und Rückbaumaßnahmen durch 12 Sicherungen von Objekten zum Erhalt von kulturhistorisch wertvollen Gebäuden.

Die Städtebauliche Sanierungsmaßnahme „Erweitertes Stadtzentrum“ wurde im klassischen Verfahren, d. h. unter Anwendung der besonderen sanierungsrechtlichen Vorschriften der §§ 152 – 156a BauGB durchgeführt. Der Gesetzgeber verpflichtet die Städte und Gemeinden, von den Eigentümern der in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten gelegenen Grundstücke die durch die Sanierungsmaßnahme bedingte Bodenwerterhöhung in Form von Ausgleichsbeträgen abzuschöpfen. In den Jahren 2012/2013 wurde für das Sanierungsgebiet ein Gutachten zur Ermittlung der zonalen sanierungsbedingten Bodenwertsteigerungen erstellt, auf dessen Grundlage den Eigentümern die Möglichkeit eingeräumt wurde, den Ausgleichsbetrag für ihr Grundstück vorzeitig abzulösen. Zu dieser Vorgehensweise haben sich 2014 ca. 80 % der Eigentümer entschlossen.
Für die Grundstücke, für die der Ausgleichsbetrag nicht vorzeitig abgelöst wurde, wurden Einzelgutachten erstellt, auf deren Grundlage die Bescheide für die Ausgleichsbeträge für die verbliebenen Erhebungsfälle erlassen wurden.

Mit den eingenommenen Ablösebeträgen sowie den zu erwartenden Erhebungen der Ausgleichsbeträge erfolgte die Beseitigung von noch bestehenden Missständen im Sanierungsgebiet. Die Beträge wurden zur Neugestaltung des Vorplatzes der Laurentiuskirche sowie zur Errichtung einer öffentlichen Toilettenanlage am Theaterplatz eingesetzt.

Die Aufhebung der Sanierungssatzung wurde im Dezember 2016 vom Stadtrat beschlossen und am 20.01.2017 ortsüblich bekannt gemacht. Damit ist die Aufhebung der Sanierungssatzung rechtskräftig und das Sanierungsgebiet „Erweitertes Stadtzentrum“ ist damit beendet.

 
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